Erfahrungsbericht Jaspar

Freiwilligenarbeit in Australiens unberührter Natur – Just Do It!
Arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden? Das hörte sich für mich im Vorfeld etwas sinnlos an - ist es aber nicht! Volunteering in Australien war für mich eine einzigartige, unvergessliche, vor allem aber lohnenswerte Erfahrung.
Mein Abenteuer in Down Under fing in Australiens imposanter Großstadt Sydney an. Travel-n-Work vermittelte mir vier Wochen Arbeit als motivierter Freiwilliger.
In der ersten Woche hatte ich die Ehre, die Exklusivität in Sydneys Darling Harbour National Park zu genießen. Der im Norden der Metropole gelegene Park hatte Einiges zu bieten! Teilweise hatte man einen wunderschönen Blick auf das Wahrzeichen der Stadt, die Oper und die Brücke. Mit anderen Freiwilligen - aus den unterschiedlichsten Nationen und Altersschichten - wohnten wir in einem kleinen Häuschen an der Küste. Bei unserer Arbeit (invasive, nicht heimische, Pflanzen auszugraben und ihre Verbreitung zu stoppen), flogen oft mehrere „Cockatoos“ über unsere Köpfe, die wir mit frisch ausgegrabenen Würmern fütterten. Sie waren sehr zutraulich und ließen sich beinahe von uns die Würmer in den Schnabel schieben.
Die zweite Woche wurde uns sogar eine Busfahrt nach Canberra, Australiens Hauptstadt, spendiert. Wir hätten uns nie träumen lassen, in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit so viel Einblick in Australiens Großstädte zu bekommen. In dieser Stadt, die in keinster Weise mit Sydney vergleichbar ist, verbrachten wir zwei Wochen. Das frühe Aufstehen unter der Woche fiel uns oft schwer, lohnte sich aber immer.
Wir arbeiteten täglich in einem nahe gelegenen, riesigen Naturreservat. Im Tidbinbilla Nature Reserve hüpften Kängurus unbeirrt über die Straße, oft sogar mit Baby in der Bauchtasche. Emus stolzierten auf dem Gras herum, selbst ein weißer Dingo ließ sich am letzten Tag aus weiter Ferne blicken. Bis auf die Ranger und ausgewählte Personen durfte hier niemand herein. Die Arbeit im Reservat erstreckte sich vom Bauen von Feuerschneisen am Straßenrand bis hin zum Anlegen eines schmalen Weges für Fahrzeuge. Unsere anstrengende und harte Arbeit wurde täglich mit mehreren großzügigen Pausen belohnt. Ohne „Morning Tea“ und „Lunch“ hätten wir es wohl auch angesichts der Hitze nicht ausgehalten.
Eine weitere Woche verbrachten wir im Nadgee Nature Reserve, einem riesigen Naturschutzgebiet an der Ostküste Australiens. Hier waren wir gezwungen, ohne jegliche Zivilisation auszukommen. Ein Abenteuer „in the middle of nowhere“! Tagsüber gruben wir weiße Lilien aus, die sich in dem dschungelähnlichen Gebiet kontinuierlich ausbreiteten. Schade um die schönen Blumen, die im Handel in der Masse sicher ein kleines Vermögen gekostet hätten. Hier erlebten wir zudem erstmals das echte „Australian Wildlife“. Wir machten Bekanntschaft mit zwei hochgiftigen Schlangen. Sie sonnten sich gerade, als wir auf dem Weg zu unserem Arbeitsort waren. Wir übernachteten in Zelten und verbrachten die Abende am gemütlichen Lagerfeuer. Nervenaufreibend waren vor allem aggressive Mücken und Zecken. Jeder von uns hatte nach der ereignisreichen Wildniswoche leider mit mindestens einem Zeckenbiss zu kämpfen. Das gehört aber dazu, wenn man sich einer solchen aufregenden Herausforderung stellt.
Trotz der teils anstrengenden Arbeit: Die Freiwilligenarbeit am anderen Ende der Welt war eine interessante und tolle Erfahrung. Ich kann sie nur jedem empfehlen, der sich endlich einmal von zu Hause losreißen oder die Welt erkunden will. Auf diese Weise lernt man nette und offene Leute kennen, die aus der ganzen Welt kommen und erkundet nebenbei die eine oder andere exklusive Gegend in Australien. Mittlerweile glaube ich sogar, dass man so mehr erlebt und interessantere Einblicke in Australiens Natur gewährt bekommt als der gewöhnliche Australien-Tourist.
Jasper


