Erfahrungsbericht Markus

Markus berichtet von seiner Work and Travel - Reise durch Australien:
Am 05.11.2008 war es endlich soweit. Nach einem 21-stündigen Flug von Frankfurt und einem kurzen Stopp in Singapur landete ich endlich in Sydney.
Von da aus war es kein Problem, in mein von Travel-n-Work gebuchtes Hostel zu gelangen. Das Hostel hat mir so gut gefallen, dass ich noch dreimal dort war.
Ziemlich schnell hab ich da einige Deutsche kennengelernt, mit denen ich dann auch losgezogen bin, um die Stadt anzuschauen, die wirklich unglaublich ist! Einer der Jungs hat sich dann ein Auto gekauft und mich gefragt, ob ich nicht mit ihm zusammen reisen wollte. Natürlich habe ich eingewilligt, da es so viel kostengünstiger war und ich zu Beginn nicht alleine durch das Land reisen musste.

So fuhren wir zunächst ins Landesinnere, quer durch New South Wales, auf der Suche nach einem Job. Von Byron Bay sind wir dann nach Bourke, von da aus nach Broken Hill weiter nach Mildura bis nach Geelong in Victoria. Leider hatten wir, was den Job betraf, kein Glück auf unserer Tour.
Nach einiger Zeit trennten sich dann jedoch unsere Wege und ich flog zurück nach Sydney, um dort zu arbeiten. Ich hatte das Glück, in einem Bus in Sydney mit einer Frau zu sprechen, die zufällig jemanden kannte, der noch einen Arbeiter für sein baufälliges Haus suchte. So flog ich mit der Billigfluglinie Jetstar zurück. Der Flug war übrigens die billigste Alternative, nach Sydney zu gelangen. Selbst Bus oder Zug hätten hier mehr gekostet.

Angekommen in Sydney rief ich meinen Vorgesetzten an und wir verabredeten, dass ich bereits am nächsten Tag anfangen konnte. So begann ich dann, im Garten zu arbeiten, seine Wände zu streichen und seine Garage zu säubern. Dafür habe ich dann kostenlos mein eigenes Zimmer in seinem Haus bekommen plus Verpflegung und zehn Dollar die Stunde auf die Hand. Nach der Arbeit sind wir des Öfteren zusammen zum Strand gefahren und haben uns in die Wellen gestürzt. An meinen letzen Arbeitstag nach 6 Wochen haben wir dann noch einen Ausflug in den Norden von Sydney gemacht und er hat mir dort einen Nationalpark gezeigt.
Ich muss echt sagen, dass die Australier wirklich ein supernettes Volk sind und nicht einfach aus der Ruhe zu bringen sind. Wenn ich auf der Arbeit manchmal den Deutschen hab „raushängen lassen“, also so schnell und so viel ich konnte gearbeitet hab, dann kam es schon vor, dass die Australier einem gesagt haben, dass man etwas ruhiger und langsamer machen soll. Und wenn etwas schief gegangen ist, dann war das auch kein Weltuntergang - dann gab's nur ein Lächeln und das bekannte „no worries“.
Ich habe folgende Erfahrung gemacht: Wenn man Arbeit sucht, ist die allerwichtigste Regel, dass man es jedem erzählen soll. Wenn du z.B. in einer Bar mit einem Einheimischen ins Gespräch kommst, dann erwähne einfach, dass du einen Job brauchst. Dasselbe gilt im Bus, auch wenn du mit Backpackern oder nur einer Oma redest. Denn irgendwer kennt immer jemanden, der einen Job zu vergeben hat. Ich habe auf diese Art immer meine Jobs gefunden. Der Weg war bei mir erfolgreicher, als wenn ich alle Hostels abgefahren und auf die schwarzen Bretter geschaut hätte.
Und wenn man wie ich in Deutschland schon einen Beruf erlernt hat, dann macht es Sinn, alle Unterlagen und Zeugnisse mitzunehmen, denn dann wird es auf jeden Fall noch einfacher, einen Job zu finden und das Gehalt steigt um einiges an, wenn man in seinem Fachbereich arbeitet. Gerade Schweißer, Krankenschwestern oder Leute mit LKW-Führerschein haben richtig gute Chancen.
Das Jahr war jedenfalls eine schöne Erfahrung für mich, die ich nicht missen möchte und vielleicht kehre ich ja irgendwann wieder zurück nach Australien. Das Land kann durch die wunderschöne Natur und die netten Menschen echt süchtig machen. Dazu kommt das Meer, wo ich die schönsten Tauchgänge gemacht habe.
Der Ex-Travel and Worker sagt danke.
Markus Morche


